Ein Eyetracker ist ein Gerät, das mittels einer Kamera Augenbewegungen verfolgt und sie mithilfe einer Software in Bewegungen des Mauszeigers auf dem Computerbildschirm überträgt („Augensteuerung“).

Eyetracker werden in zunehmendem Umfang in der Blickbewegungsforschung eingesetzt. Als Folge davon wurden die Geräte immer leistungsfähiger und auch preiswerter

In der Unterstützten Kommunikation (UK) ist der Eyetracker häufig bereits in den Computer integriert, und das Gerät ist bereits mit der entsprechenden Anwendungs-Software ausgestattet. Die Preise reichen vom mittleren vierstelligen bis in den fünfstelligen Bereich.

Seit einigen Jahren werden aber auch reine Eyetracker für unter 200 Euro angeboten. Es sind kleine Geräte, die direkt am Bildschirm befestigt werden. Diese zielen zwar auf das Computerspiele-Segment, ihre Verwendung ist aber nicht darauf beschränkt. 
Der Nutzer muss hier natürlich den Computer, den Bildschirm und die Anwendungs-Software selbst beisteuern. Dafür kann er aber auch selbst bestimmen, welche Ausstattung das Gerät haben soll.

Geeignete Computer und Bildschirm sind in vielen Haushalten vorhanden, einzig die passende Anwendungs-Software hat in der Vergangenheit gefehlt.
Diese moderne Geräte erfordern auch nicht mehr, dass der Benutzer die ganze Zeit den Kopf völlig stillhalten muss, und auch die Kalibrierung wurde soweit verbessert, dass Augensteuerungsgeräte heute genauso einfach und zuverlässig zu bedienen sind wie eine Kopfsteuerung

Windows 10 hat schon länger ein Modul zur Augensteuerung an Bord, es lässt sich ganz einfach über die Erleichterte Bedienung aktivieren.
Mit Click2Speak und OptiKeygibt es zwei weitere freie und kostenlose Programme, die für die Benutzung mit einem Eyetracker geschrieben wurden.

Eine kurze Anleitung für die Einrichtung des Eyetrackers 4C von Tobii (ca. 159 Euro) auf einem Computer mit Windows 10 finden Sie im Anhang. Das Dokument beschreibt auch die ersten Schritte bei der Benutzung von Click2Speak.

Trotzdem sei nochmals darauf hingeweisen, dass Augensteuerung gewöhnungsbedürftig ist. Es ist nicht einfach eine andere App!

Die Blicke, mit denen wir uns üblicherweise orientieren, bevor wir mit der Maus auf eine bestimmte Stelle auf dem Bildschirm klicken, sind jetzt gleichzeitig das Werkzeug selbst. 
Wer das aber akzeptiert und sich darauf einlässt, dieses Konzept spielerisch und mit Offenheit, Geduld und Gelassenheit zu erkunden, wird feststellen, dass es durchaus alltagstauglich ist.

Ergänzende Informationen
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